• Johanna Wagner, Masterarbeit

    Eine neue Vision für die Stadt Gießen

Im Rahmen ihrer Masterthesis an der TH Mittelhessen im Fachbereich Architektur hat Johanna Wagner ein Innovations- und Gründerzentrum für die Stadt Gießen entwickelt. Dabei wurde der Entwurf mit Hilfe von SketchUp als 3D-Modell entwickelt und visualisiert. Wir haben Frau Wagner gefragt, ob Sie ihr Projekt kurz vorstellen möchte und Sie gefragt, warum Sie sich für das Programm SketchUp entschieden hat.

Studentin mit Vision

Johanna Wagner studiert Architektur an der TH Mittelhessen. Im Sommersemester präsentiert sie ihre Masterthesis: Innovations- und Gründerzentrum in Gießen. Ein großartiges Projekt, das mithilfe von SketchUp konzipiert werden konnte.

Motivation - Die Idee hinter dem Projekt

Die Universitätsstadt Gießen weist seit einigen Jahren eine positive Bevölkerungsentwicklung auf und gilt als Stadt mit der höchsten Dichte an Studierenden innerhalb Deutschlands. Zentrale Akteure dabei sind die Justus-Liebig-Universität und die Technische Hochschule Mittelhessen. Gemeinsam bieten sie mit insgesamt 19 Fachbereichen ein breit gefächertes Angebot an Studiengängen, weisen zugleich permanent steigende Studierendenzahlen auf und prägen maßgeblich die Entwicklung des Stadtbildes. Allerdings reicht die Generierung einer oder mehrerer Hochschulen am Standort allein nicht aus, damit das Profil des Ortes gestärkt wird. Mein Ziel ist es daher, ein Zentrum zu entwerfen, welches den Wirtschaftsstandort Gießen weiter stärkt und die vorhandenen Potentiale und Kompetenzen nutzt und ausbaut. Dafür habe ich ein Innovations- und Gründerzentrum entwickelt, das eine feste Schnittstelle zwischen Forschung, Entwicklung und Wirtschaft generiert und zeitgleich eine Brücke zwischen Universität und Arbeitsmarkt bildet.

Denn das Angebot der Hochschulen an Forschung, Entwicklung und Lehre, mit punktuellen Schnittstellen zur Wirtschaft reicht nicht aus, um die attraktive Studentenstadt im überregionalen Wettbewerb angemessen zu repräsentieren. Die Studenten und somit auch das Know-how an zukunftsweisenden Analysen, Untersuchungen, Studien und Theorien, verlassen meist nach ihrer Ausbildung die Stadt, damit sie ihr Wissen an anderen Arbeitsmärkten und Standorten anwenden und sich selbst besser in der freien Wirtschaft platzieren können. Ziel muss es daher sein, diesen Trend zu durchbrechen und eine weitere attraktive Möglichkeit neben den bereits bestehenden Einrichtungen und Maßnahmen sowohl für die Wirtschaft – in den Standort Gießen weiter zu investieren – als auch für die Studenten – über ihr Studium hinaus am Ort zu bleiben – zu bieten. Hierfür dient das Innovations- und Gründerzentrum, ein Zentrum für die Arbeitswelt der Zukunft. Ein Raumprogramm, welches den modernen Anforderungen der Arbeitswelt entspricht und neben Arbeitsmöglichkeiten für Einzelpersonen auch Co-Working-Zonen, Entwicklungs- und Technologiewerkstätten, Gemeinschaftszonen für Erholung und Kommunikation sowie Rückzugsorte anbietet.

Entwurf – Ausarbeitung der Konzeptidee

Entwurf

Der Leitgedanke meines Entwurfs ist es, ein Gebäude zu formen, welches unter einem Dach alle definierten Raumfunktionen und Anforderungen an das Innovations- und Gründerzentrum vereint und zeitgleich möglichst flexibel agiert und reagiert. Aus diesem Anlass habe ich ein modulares System entwickelt, welches aus einer tragenden Rasterstruktur besteht und in das Raummodule flexibel eingespannt werden können. Dabei muss zwischen drei Modulgruppen unterschieden werden. Zum einen gibt es fixe, fest in das Raster integrierte Module, welche aufgrund ihrer technischen Anforderungen nicht reversibel sind. Dazu gehört das Gewächshaus mit integrierter Kantine und Fitnessbereich, ein Veranstaltungssaal, eine Gemeinschaftswerkstatt und Laborflächen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen. Die zweite Gruppe bildet die innere Haupterschließung, bestehend aus einer frei im Raum stehenden Wendeltreppe und zwei Fluchttreppenhäusern mit integriertem Aufzug. Die letzte Gruppe bilden die flexiblen Raummodule, welche je nach Auslastung und Nutzungsanforderung individuell in das Raster eingespannt und auch wieder entfernt werden können. Ihnen zugehörig sind die Büro- und Arbeitsräume, Konferenzräume und Teeküchen.

Entwurf

Des Weiteren werden zwei Terrassen ausgebildet, an denen die Fassade eingerückt wird. Der im Inneren der Gebäudehülle entstehende Luftraum zwischen den Modulen ist die Keimzelle des Zentrums. Sie bietet verschiedene Angebote der Kommunikation, der Präsentation sowie Aufenthalts- und Gemeinschaftszonen. Ein zentraler Aspekt des Konzepts ist der interdisziplinäre Austausch der Forschenden und Gründer untereinander, so dass neue Netzwerke und Ideen entstehen. Das Grundstück bietet auch das Potential, dass die entwickelte Struktur um weitere Achsen in westliche Richtung flexibel und individuell erweitert werden kann. Das Gestaltungskonzept soll auf den Außenbereich übertragen werden. Hierfür wird das Raster auch im Freibereich virtuell weiter fortgeführt. Innerhalb dieses Rasters werden Arbeits-, Aufenthalts- und Mock Up-Flächen generiert. Des Weiteren werden zwei Workshop-Pavillons geschaffen, welche neben Arbeitsbereichen auch Maschinen und Lagerflächen aufweisen. Zuletzt wird der Außenbereich durch Baumgruppierungen entlang der Rasterachsen und kleinere Sträucher parallel der Straße begrünt, um diese räumlich abzugrenzen.

Entwurf

Warum hast du dich in deinem Studium für SketchUp entschieden?Wie sind deine ersten Erfahrungen mit der Software?

Ich muss zugeben, ich habe nicht vom ersten Tag an mit SketchUp gearbeitet. Ich habe zuvor diverse andere Programme getestet. Mein Visualisierungsprofessor im Masterstudium, Prof. Bartosz Czempiel, hat uns dann das Programm SketchUp vorgestellt, woraufhin ich mich intensiv mit dem Programm auseinandergesetzt habe. Die Tatsache, wie schnell und einfach man Strukturen, Räume und Gebäude bauen kann und somit bereits frühzeitig und schnell komplexe räumliche Strukturen entwickeln kann, sind vor allem für den Entwurfsprozess innerhalb des Studiums sehr von Vorteil. Erste Ideen können mit einfachen Mitteln in SketchUp aufgezeigt und somit ganzheitlich untersucht werden. Auch verfügt SketchUp über eine breit gefächerte 3D-Galerie, welche ein schnelles und einfaches Ausstatten und Möblieren der Szenen ermöglicht. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Extension Warehouse mit einer Vielzahl an Plug-ins, welche das Arbeiten zusätzlich erleichtern und mit dem sich auch komplexe Geometrien schnell und einfach konstruieren lassen. Speziell in meiner Masterarbeit habe ich meine Raumstruktur von Beginn an in SketchUp entwickelt, da die Anordnung der Module in einer 2-dimensionalen Darstellung in Form von Schnitten und Grundrissen nicht so flexibel, schnell und auch ganzheitlich hätten betrachtet und geprüft werden können.

Entwurf